Ratsinformationssystem

Informieren Sie sich hier online über Sitzungen und Beschlüsse des Stadtrates und der Ausschüsse der Stadt Dinklage im Ratsinformationssystem

Heinz Witte geht nach fast 47 Jahren in den Ruhestand

Heinz Witte

Von Joseph Hachmöller bis Josef Kathe, von Aloys Meyer bis Heinrich Moormann: Mit fünf ehrenamtlichen Bürgermeistern, drei Gemeindedirektoren und einem hauptamtlichen Bürgermeister hat Erster Stadtrat Heinz Witte in seiner fast 47-jährigen Dienstzeit zusammengearbeitet. Am Freitag (12. Dezember) drehte der 64-Jährige zum letzten Mal den Schlüssel zu seinem Büro im Dinklager Rathaus um. Heinz Witte geht in den Ruhestand.

Seinen beruflichen Weg habe er zu keinem Zeitpunkt bereut, resümiert der gebürtige Dinklager, während er einen Aktenordner durchblättert. Ein Griff hatte genügt, um den richtigen zu finden und damit eine weitere bemerkenswerte Statistik zu präsentieren: Mit der Kommunalwahl vom 22. Oktober 1972 hat Heinz Witte bis heute sämtliche Wahlen für die Verwaltung bearbeitet.

Begonnen hatte alles mit der Verwaltungslehre am 1. April 1962. „Ich wollte Bankier werden oder ,in die Verwaltung’“, erinnert sich der dreifache Familienvater. Er zog ins Dinklager Rathaus ein. Gerade einmal neun Mitarbeiter gab es damals. Die Verwaltung war im Erdgeschoss untergebracht, im Obergeschoss wohnte der Gemeindedirektor Aloys Meyer. Heinz Witte denkt gern an diese Zeit. „Jeder half jedem; das Arbeitsklima stimmte einfach“. Von Computern oder Kopiergeräten war da noch keine Rede. „Kopfrechnen war täglich gefragt.“

Das änderte sich in den 70er Jahren, als unter seiner Leitung das Meldewesen auf EDV umgestellt wurde. Da hatte der 64-Jährige bereits seine 1. Verwaltungsprüfung und die für den gehobenen Dienst hinter sich, war Diplom-Verwaltungswirt (FH) und mittlerweile auch Gemeindeoberinspektor. Verwaltungserfahrung sammelte Heinz Witte bis dahin in etlichen Bereichen, vor allem im Ordnungsamt und Sozialamt. In der Anfangszeit kümmerte er sich zusammen mit Kollegen insbesondere um die Wohnungsprobleme der Zugewanderten. Viele lebten noch in Baracken, wie in denen im ehemaligen Reichsarbeitsdienstlager am Sportplatz. Anfang der 80er Jahre übernahm der Pensionär in spe (offiziell ist für Heinz Witte am 31. Dezember Schluss) als Leiter das Amt für Soziales. „Ich habe mich immer bemüht, zu helfen“, sagt der 64-Jährige. Wie im Fall einer Frau, der Heinz Witte eine Arbeitsstelle vermitteln konnte, die sie noch heute hat. „Sie war damals schon sehr lange arbeitslos gewesen“, erinnert er sich. Inzwischen Gemeindeamtsrat, wartete dann 1995 eine ganz besondere Aufgabe auf Heinz Witte: Die Gemeinde Dinklage wollte die Stadtrechte. Der entsprechende Antrag samt Begründungen lag in der kompletten Verantwortung von Witte. Eine von vielen Aufgaben, die Heinz Witte in seine  Erfolgsschublade“ schieben kann. Da waren auch noch der Bau der Sporthallen oder die Sanierungen der Schulen und zum Teil der Kindergärten, die der 64-Jährige maßgeblich begleitet hat. Mit den Stadtrechten wurde aus dem Gemeindeamtsrat dann ein Stadtoberamtsrat und später Erster Stadtrat. Aus den einst neun Mitarbeitern sind nun umgerechnet 23 Vollzeit-Angestellte geworden, für die er im Bereich Personalwesen verantwortlich war.

Für seinen Ruhestand hat Heinz Witte schon Pläne. Mehr Zeit mit der Familie und den vier Enkelkindern verbringen. Und sich ehrenamtlich im Vereinsleben der Stadt engagieren. Sein Beruf wird ihn aber auch dann nicht loslassen. Denn Heinz Witte will weiterhin am Studieninstitut in Oldenburg Kommunalrecht lehren. Seit 20 Jahren macht er dies, außerhalb seiner Dienstzeit übrigens. Und wenn die hemaligen Kollegen seinen Rat brauchen, können sie jederzeit anrufen.

Am Dienstag (16. Dezember) findet ab 10.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses eine Abschiedsfeier statt, zu der jedermann eingeladen ist. Auf zahlreichen Besuch freut sich der Ruheständler in spe.

-----------------------------------------------------------------------------------------------

Text / Foto: Hoffmann (Oldenburgische Volkszeitung)



<< zurück