"Es war eine tolle Erfahrung"
Senegal-Gruppe beeindruckt von Dinklage und dem Landkreis Vechta - Zahlreiche Erkenntnisse zur Entwicklung und Organisation kommunaler Strukturen gewonnen
Besuch aus dem Senegal in Dinklage: Bürgermeister Heinrich Moormann (4. v.l.) stellte sich gemeinsam mit den Senegalesen sowie den Referenten Norbert Feldkamp (4. v. r.), Georg Litmathe (2. v. l.) und Peter Suffner (rechts) dem Fotografen.
Mit einer Reihe von neuen Erkenntnissen zur Entwicklung und Organisation kommunaler Strukturen ist gestern die Delegation aus dem Senegal abgereist. Seit Montag waren die sechs afrikanischen Kommunalvertreter im Rahmen einer Deutschlandreise im Landkreis Vechta unterwegs.
Gemeinsam mit Dr. Stephan Gehrold von der Konrad-Adenauer-Stiftung, Außenstelle Dakar, (auf dem Bild 2. v. r.) besuchten und besichtigten sie hiesige kommunale Einrichtungen und Firmen. „Es war eine tolle Erfahrung. Wir sind überall auf offene Gesprächspartner gestoßen, die uns bereitwillig Fragen beantwortet haben“, sagte Gehrold. Für den Besuch aus dem Senegal sei es interessant gewesen zu sehen, wie sich der Kreis Vechta innerhalb kurzer Zeit von einer ehemals armen zu einer der reichsten Regionen Deutschlands entwickelt habe. Auch von der Innovationsbereitschaft und vom hohen technischen Niveau der hiesigen Unternehmen seien die Gäste beeindruckt gewesen.
Am Dienstag besuchten die Senegalesen zunächst die Gemeinde Bakum, ehe es dann zu einem Tischgespräch nach Dinklage weiterging. Hier gab zunächst Bürgermeister Heinrich Moormann einen Überblick zum Thema "Die Entwicklung der Stadt Dinklage nach dem Zweiten Weltkrieg". Besonderer Fokus lag hierbei auf der wirtschaftlichen Entwicklung und der Daseinsvorsorge im kommunalen Bereich (Wasserversorgung, Abwasserklärung und -aufbereitung). Des Weiteren referiert der Verbandsdirektor des Geossenschaftsverbandes Weser-Ems, Georg Litmathe, zum Thema "Stromgewinnung durch Photovoltaik-System". Am Nachmittag besuchten die sengalesische Delegation dann unter anderem die Firma Envitec in Lohne und informierte sich dort über die Energiegewinnung durch Biogas. Envitec-Geschäftsführer Olaf von Lehmden erklärte den afrikanischen Kommunalvertretern beispielsweise, wie eine Biogasanlage funktioniert, wie Biogas genutzt werden kann und welche Leistungen sein Unternehmen anbietet. Die Energiegewinnung durch Biogas sei prädestiniert für Regionen, in denen keine gut ausgebaute Infrastruktur vorhanden sei, da keine überregionalen Kabelleitungen notwendig seien, ließ von Lehmden seine Zuhörer wissen. „Außerdem sorgt die Biogasproduktion für Arbeitsplätze“, nannte der Geschäftsmann einen weiteren Vorteil.
Ob im Senegal die Energiegewinnung mit Hilfe von Biogasanlagen möglich und sinnvoll sei, darüber diskutierte die Besuchergruppe mit dem Envitec-Chef. Am Ende kamen die Senegalesen zu dem Ergebnis, dass sich für ihr Land eine Kombination aus mehreren Arten der Energieproduktion anbiete. Unter anderem hatte sich die Gruppe in Lohne und Dinklage auch über die Stromgewinnung durch Photovoltaik-Anlagen informieren lassen. Einen Einblick in die landwirtschaftliche Entwicklung und Strukturen des Landkreises verschafften sich die Senegalesen dann gestern beim Futtermittelhersteller Wulfa-Mast in Dinklage-Wulfenau.Hier berichtete Geschäftsführer Bernd Neteler über den Werdegang des Unternehmens, das 1970 gegründet wurde. Nachdem das anfängliche Vorhaben, eine Schweinemastanlage mit 4600 Plätzen zu betreiben, nicht zu realisieren war, konzentrierte sich die GmbH auf die Mischfutterherstellung und die angeschlossene spezialisierte Tierhaltung im Veredelungsgebiet Weser-Ems.
Im Senegal seien 78 Prozent der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig, berichteten die Gäste. Allerdings würden diese weniger als 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften. In dem westafrikanischen Staat könnten aufgrund des Klimas nur 16 Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt werden.
Text: Oldenburgische Volkszeitung / Stadt Dinklage - Foto: Stadt Dinklage
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