Dinklage Jugendtreff nun zehn Jahre alt
"Präsent, unaufdringlich, kompetent" - Prof. Dr. Wolfgang Bisler beschreibt, wie offene Jugendarbeit auszusehen hat
Bemerkenswerter Festredner: Prof. Dr.Wolfgang Bisler (3. v. r.) beeindruckte mit seinem Vortrag. Von links: Jugendpfleger Kalle Kamlage, Geschäftsführerin Atina Zeqaj, 2. Vors. Josef Kalvelage, Vors. Michael Eveslage und Bürgermeister Heinrich Moormann
Es war ein Grund zum Feiern. Und der Jugendtreff feierte sich und seine Jugendlichen. Bei einem Tag der offenen Tür gewährten Jugendpfleger Kalle Kamlage und sein Team den Dinklagern am Samstagnachmittag Einblicke in die Arbeit des Treffs und luden zum Mitmachen ein. Abends rockte ganz Dinklage beim Festival mit „Hans Dampf“, „The Codgers“, „Broken Chains“, „Yusuf“ und „Rantanplan“. Der Grund für so viel feiern: Der Jugendtreff ist zehn Jahre alt geworden.
Und dass auf den Treff und damit auch dem Verein Pro Jugend noch jede Menge Aufgaben in Zukunft warten, legte Professor Dr. Wolfgang Bisler bei seinem Festvortrag am Samstagvormittag offen. Sein auf den ersten Blick trockenes Vortragsthema „Offene Jugendarbeit – als Möglichkeit der Realisierung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes“ war einerseits durchaus „schwere Kost“. Andererseits bereitete der pensionierte Sozialwissenschaftler das Thema so geschickt auf, sodass es dennoch leicht zu verdauen war. Offene Jugendarbeit solle „präsent, unaufdringlich und kompetent“ sein, so Bisler. Dabei sollten die Verantwortlichen stets „scheinbar locker, aber dennoch verbindlich im Ergebnis“ sein. Und dass diese Merkmale durchaus auf das Jugendtreff-Team um Jugendpfleger Kalle (Karl-Heinz) Kamlage zutreffen, bestätigte Michael Eveslage in seiner Ansprache.
„Kalle ist ein Glücksgriff für uns gewesen“, sagte der Vorsitzende des Vereins Pro Jugend, der sich vor zehn Jahren für den Diplom-Sozialpädagogen aus Vechta entschieden hatte. Offene Jugendarbeit – warum genau sollte sich die Gesellschaft damit eigentlich beschäftigen? „Offene Jugendarbeit ist vorbeugende Fürsorge“, erklärte Wolfgang Bisler. Zudem sei sie gesetzlich gewollt. Offene Jugendarbeit sei sehr viel mehr als Spiel, Spaß, Sport und ab und zu eine kleine Feier, so der Experte. „Im Mittelpunkt der offenen Jugendarbeit stehen Lebenschancen.“ Denn immer mehr Familien seien geschwächt, die Kinder zahlten den Preis dafür. "Der offenen Jugendarbeit obliegt eine Garantenstellung“, so Bisler.
Förderung der freien Entfaltung von Persönlichkeiten, Ausgleich von sozialen Ungerechtigkeiten, Vermittlung von sinnvoller und freudvoller Freizeitgestaltung – all dies gehöre zur offenen Jugendarbeit. Der Jugendtreff leiste ein breites Spektrum, betonte auch Bürgermeister Heinrich Moormann. Und erklärte, dass bereits über einen weiteren Hort in Dinklage nachgedacht werde.
Text: Niehues (OV) - Fotos: Niehues, Tombrägel (OV)
"Hans Dampf" war auch dabei: Die Band aus Rheda-Wiedenbrück sorgte beim Rockfestival am Abend für Stimmung.
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