Diebe bringen Godewind nicht aus der Fassung
Wertsachen aus Garderobe gestohlen - Tolles Konzert mit leider wenigen Zuhörern zum Abschluss des plattdeutschen Jahres
Trotz böser Überraschungen ließ Godewind sich nicht die gute Laune verderben. Larry Evers, Shanger Ohl, Anja Bublitz, Heiko Reese und Stephan Bork (von links) boten ein vielseitiges, unterhaltsames musikalisches Programm. Foto: Vollmer (OV)
Ihr Konzert in Dinklage werden die fünf Mitglieder der Band Godewind nicht so schnell vergessen. Erst „überraschte“ sie die magere Zuschauerzahl. Nur etwa 120 waren in die Aula des Schulzentrums gekommen. Die zweite Überraschung gab es, als es in die Konzert-Pause ging: Diebe waren durchs Fenster in die Garderobe eingestiegen und stahlen ihre Wertsachen. Dennoch ließ sich die Band die gute Laune nicht verderben und begeisterte bis zum Schluss mit ihren Melodien und plattdeutschen Texten ihre Zuhörer.
Für einen krönenden Abschluss des plattdeutschen Jahres hatte die Stadt Dinklage in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein „Herrlichkeit“ die weit über Norddeutschland hinaus bekannte Band Godewind engagiert. Und das für nur zehn Euro Eintritt. Doch anstatt, dass die Zuschauer in Scharen die Aula füllten, wurden kurz vor dem Konzert die Hälfte der Stuhlreihen kurzerhand wieder abgebaut, um die wenigen Fans nicht gar zu sehr zu deprimieren. Wo waren die Dinklager Bürger an diesem Abend und wieso kamen so wenige der mehr als 1100 Heimatvereinsmitglieder zu diesem Konzert? Fragen, denen sowohl die Stadt wie auch der Heimatverein nachgehen wird.
Das Konzert selbst begeisterte die Zuhörer von Anfang an. 30 Jahre Godewind, das sind 30 Jahre schmusige, blusige und auf der anderen Seite rockige und fetzige handgemachte Musik. Die meisten Lieder auf Platt, die Geschichten aus dem Norden erzählen. Oldtimer und Bandleader Larry Evers (Gitarre), der vielseitige Sänger und Instrumentalist Shanger Ohl (Keyboard, Gitarre, Akkordeon), Sängerin Anja Bublitz (Gesang und Flöte) sowie Schlagzeuger Heiko Reese (Drums, Akkordeon) und Stephan Bork (Bassgitarre, Kontrabass, Gitarre) boten ein vielseitiges musikalisches Programm. Zum Beispiel „Winternebel“, das ruhige, meditative Stück, das den Winter noch einmal in Erinnerung ruft. Oder „Biikenbrennen“ über die Tradition, im Februar von Eiderstedt bis Sylt Feuer auf Halligen und Inseln abzubrennen. Lehrreich auch das Lied vom „Pharisäer“, das Nationalgetränk der Nordfriesen. Als gefühlvolle, ruhige Ballade präsentierte Gassist Stephan Bork den Song „I drink of di, min flaches Land“, eine Liebeserklärung an die Heimat.
„Man darf nie vergessen, wo man herkommt und wo man hin gehört“, kommentierte Larry Evers. Artig bedankte die Band sich beim Publikum und den Leuten, die sich Zeit nahmen, Liedern und Geschichten zuzuhören mit einem Potpourri „Beatles op platt“ und einer „Plattdeutschen Hitparade“.
Text/Foto: Vollmer (Oldenburgische Volkszeitung)
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