Dinklage ist jetzt ein Stück barrierefreier

Der neue Mini-Kreisel macht den Weg in die Stadt vor allem für Menschen mit Handicap ein Stück sicherer

Bildtitel Doppelpunkt

Von Frederik Böckmann (Oldenburgische Volkszeitung)

Dinklage. Zu unübersichtlich, schlecht befahrbar und schlicht zu gefährlich: Es war der 29. August 2019, da machten die Rollifahrer des Erwachsenenwohnheims an der Helenenstraße ihren Unmut über die Verkehrssituation an der Schulstraße und am Kösters Gang in Dinklage einmal mehr deutlich. Es müsse etwas geschehen, bevor etwas Schlimmeres passiere. Das war die Botschaft der Bewohner im Diskussionsforum über den inklusiven Weg und die Barrierefreiheit in Dinklage. Bei der Stadtverwaltung nahmen damals Bürgermeister Frank Bittner, Bauamtsmitarbeiterin Anne Miosga und der Behindertenbeauftragte Jens Brönstrup die Anregungen sehr genau zur Kenntnis. Bittner versprach: „Wir werden handeln.“

Gesagt, getan: 20 Monate später haben sich viele Teilnehmer der damaligen Diskussion vor der Begegnungsstätte versammelt – Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Mitglieder des Projektes Dinklusiv und die Bewohnervertretung des Erwachsenenwohnheims. Aus einem guten Grund: Denn der Mini-Kreisel an der Ecke Kösters Gang und Schulstraße mit drei Zebrastreifen und Blindenleitsystem ist seit ein paar Tagen für den Verkehr freigegeben – und hat den ehemals risikoreicheren Weg in oder aus der Innenstadt vor allem für Rollifahrer und Senioren, Kindergartenkinder und Schüler viel sicherer gemacht.

Karsten Dampc, Klaus Uppenkamp, Nadine Hausotte, Kyra-Vanessa Reimann, Rico Siemers, und Larissa Dagli aus dem Erwachsenenwohnheim loben die Stadt Dinklage für ihre tolle Arbeit. „Der Weg ist für uns viel sicherer geworden“, sagt Rollifahrer Dampc. Bisher habe man sehr aufpassen müssen, wenn man die unübersichtliche Kreuzung überqueren wollte. In die Stadt zu fahren, um Erledigungen zu tätigen, das habe deshalb nicht so viel Spaß gemacht. „Man musste höllisch aufpassen, dass man nicht angefahren wird und die Einkäufe herunterfallen. Das war ein Rüberhetzen.“

Heinz Fischer vom Projekt Dinklusiv freut sich derweil, dass die Stadt Dinklage die Anmerkungen aus dem Diskussionsforum und dem Arbeitskreis Verkehr für eine barrierefreie Umgestaltung des Bereichs angenommen und umgesetzt hat. Es sei ein schönes Beispiel für Partizipation und Teilhabe, „ein Gewinn für alle“, findet Heinz Fischer. Und Dinklusiv-Kollegin Manuela Brinkmann berichtete von vielen positiven Rückmeldungen und der Einrichtungen der St.-Anna-Stiftung, die in der direkten Nachbarschaft zum Mini-Kreisel liegen.

Zunächst war für den unübersichtlichen Bereich, aus dem Verkehrsteilnehmer aus bis zu sechs (!) Richtungen kamen, eine T-Kreuzung vorgesehen. Nach den Gesprächen im Arbeitskreis Verkehr entschieden sich die Planer im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans dann für den Mini-Kreisel. Eine viel bessere Lösung, betonen Fischer und Bittner. Denn bei einer T-Kreuzung wären auch keine Zebrastreifen und das Blindenleitsystem angebracht worden.

Dinklages Bürgermeister nannte den erfolgreichen Abschluss des Mini-Kreisels „ein schönes Projekt“. Es sei ein weiterer Schritt erfolgt, Dinklage inklusiver, barrierefreier, sicherer, attraktiver zu machen. In der Vergangenheit habe niemand so richtig gewusst, „wer hat hier eigentlich Vorfahrt?“. Durch den Kreisverkehr gebe es nun eine klarere Verkehrsführung – „und eine Baustelle weniger“, sagt Bittner. Die Kosten für die Maßnahme beziffert die Verwaltung auf 170000 Euro.

Axel Krämer, kommissarischer Leiter der Oberschule Dinklage, freut sich ebenfalls, dass der ehemalige Gefahrenbereich nun entschärft worden ist. „Gerade morgens im Winter gab es dort häufiger kritische Situationen zwischen Radfahrern und Autofahrern“, hat er beobachtet. Er sei ohnehin ein Befürworter von Kreisverkehren.

Fast parallel zu diesen Bauarbeiten zum Mini-Kreisel wurde der (Lehrer-)Parkplatz der Oberschule neu gestaltet. Er bietet nun Platz für 34 Stellflächen. Der neue Parkbereich „gefalle ihm sehr gut“, sagt Krämer. „Da zunehmend mehr Lehrkräfte von außerhalb an unserer Schule arbeiten, benötigten wir dringend mehr Parkplätze.“ Er bedankt sich bei der Stadt Dinklage auch dafür, dass auf dem Parkplatz im kommenden Jahr zwei Ladesäulen für Elektrofahrzeuge installiert und vom Kollegium „mit Sicherheit“ genutzt werden.

Er bedauerte zwar, dass dafür eine Grünfläche für den Parkplatz weichen musste, „aber dafür wird ja die Umrandung des Parkplatzes neu begrünt“. Die Zufahrt gegenüber der VR Bank Dinklage-Steinfeld ist übrigens verschwunden, der Parkplatz ist nun nur noch von der Schulstraße aus einfahrbar. Die Kosten für die neuen Parkplätze belaufen sich ebenfalls auf rund 170 000 Euro.

Auf dem Weg vom Erwachsenenwohnheim in die Dinklager Innenstadt werden unterdessen noch weitere Maßnahmen vorgenommen. Der kleine Radweg entlang der Dinkel Richtung City wird sicherer gemacht. Geplant ist auch eine Einbahnstraßenregelung für den Kösters Gang. Dafür braucht es aber noch einen politischen Beschluss.

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